Racket Tests 2018 YONEX ASTROX 88

YONEX ASTROX 88: Bist Du der S-Typ oder der D-Typ?

In unserem Januar-Test des ASTROX 77 haben wir etwas voreilig vom „neuen Topmodell der ASTROX-Serie“ gesprochen. Aber nun hat YONEX für fortgeschrittene Badminton-Spieler mit den kopflastigen High-End Rackets ASTROX 88 S und 88 D noch einen draufgesetzt – individuell zugeschnitten auf 2 unterschiedliche Spieltypen:

Für den offensiven Hinterfeldspieler wurde der ASTROX 88 D (wie „dominate“) optimiert. Ein langer Schaft und ein höher im Schlägerkopf liegenden Flexpunkt soll für mehr Power und Durchschlagskraft sorgen.

Für den variantenreicheren Allrounder mit Tendenz zum Netz wurde der 5 mm kürzere ASTROX 88 S (wie „skill“) auf Handlichkeit und Kontrolle optimiert. Der tiefer im Kopf liegende Flexpunkt hält den Ball hier länger am Schläger.

Speziell Doppelspieler sollen mit dem jeweiligen Racket ihre bevorzugten Fähigkeiten weiterentwickeln können. Das aktuell weltbeste Herrendoppel aus Indonesien Kevin Sukamuljo (A 88 S) und sein Partner Marcus Fernaldi Gideon (A 88 D) spielen z.B. diese Schläger. Aber auch immer mehr Einzelspieler(innen) spielen einen ASTROX 77 oder 88. Prominentes Beispiel: Die aktuelle Nr. 1 der Welt und Europameister im Herren Einzel aus Dänemark: Viktor Axelsen spielt nun den ASTROX 88 S.

Wie schon beim ASTROX 77 setzt YONEX auch bei den ASTROX 88 Rackets den neuen Werkstoff Namd-Graphit ein. Seine besondere Eigenschaft: Bei langsamen Schwunggeschwindigkeiten ist er hart, was die Kontrolle erhöht. Bei höheren Schwunggeschwindigkeiten jedoch wird er flexibler, wodurch der Schaft mehr Snapback Power generiert.

Soweit zur Theorie. Aber die BADLAB-Schlägertruppe interessiert natürlich nur die Praxis! Also haben wir uns ein paar Exemplare beider Schläger-Varianten besorgt – besaitet mit 12 kg.

Um es gleich vorweg zu sagen: Tatsächlich sind die unterschiedlichen Konzepte beider Schläger unmittelbar erfahrbar. Sie unterschieden sich in unterschiedliche Richtungen fühlbar vom ASTROX 77.

Die S-Version vermittelt ein solides Schlaggefühl mit sehr gutem Feedback und einer super Ballkontrolle. Ihr gutes Handling bei der Abwehr und im Vorderfeld bezahlt man erstaunlicherweise nicht mit fehlender Power von hinten. Wir konnten tatsächlich gut nachvollziehen, dass viele den ASTROX 88 S als den würdigen Nachfolger des legendären Klassikers ARCSABER 11 beschreiben.

Mit der D-Version steigt die Durchschlagkraft von Smashes allerdings noch mal deutlich! Wir sehen ihn diesbezüglich nah am VOLTRIC ZF 2. Trotzdem ist er für uns nicht nur etwas für Hardhitter, die damit noch härter smashen wollen. Er ist durchaus auch eine interessante Option für normale Spieler, die noch manchmal Probleme mit der Länge ihrer Clears haben.

Allerdings gilt für beide Rackets: Auch sie machen aus einem Hobbyspieler noch keinen Turnierspieler. Um von den Qualitäten der ASTROX 88 Rackets richtig profitieren zu können, sollte man den Ball schon sauber treffen können, denn die Schäfte gehören eher zu den härteren und die Schlägerköpfe zu den kleineren. Und beides verzeiht unsauberes Treffen nun mal nicht ganz so gut.

Gesamturteil der BADLAB-Schlägertruppe: Hier hat YONEX wieder mal 2 innovative Rackets rausgehauen, die so manchen fortgeschrittenen Spieler darüber nachdenken lassen werden, den Schläger zu wechseln. Wirklich beeindruckendes Material!